Gesellschaft

Vom Kulturkampf im Klassenzimmer und linken Wendehälsen

Die Diskussionen um die Buchveröffentlichung einer Wiener Lehrerin mit dem vielsagenden Titel „Kulturkampf im Klassenzimmer“ wollen gar nicht mehr abreißen. Im Gegenteil, das Buch sowie die sehr ehrlichen und couragierten Interviews jener Lehrerin schlagen so hohe Wellen, dass selbst die SPÖ inzwischen eine völlig neue Position zur Migrationsfrage bezogen und diese in ihrem neuen Migrationspapier niedergeschrieben hat.

Doch damit nicht genug, zeigen sich nun auch bisher politisch eher links angesiedelte Medien wie die Kleine Zeitung hoch erfreut über diese neue gesellschaftliche Entwicklung. So weiß Kleine Chefredakteur Hubert Patterer in der Ausgabe vom 16.9.2018 genau über das problematische Vorgehen der Linken bisher bescheid: „So treibt man die Leute nach rechts und beklagt dann lauthals, woran man Mitschuld trägt.“ Das sind aus dem Inneren der Kleinen Zeitung doch sehr überraschende Worte. Auf den Seiten des Leserbriefforums hatte man bisher den Eindruck, dass man sich von jeglichem „rechten“ Gedankengut, also allen Autoren die ihre Sorgen um die vorherrschenden Entwicklungen in der Integrationsfrage rund um muslimische Flüchtlinge mit größtmöglicher Deutlichkeit distanzieren und eine Politik der gelebten Toleranz propagieren möchte.

Jeder war ein Nazi

Und rechtes Gedankengut wurde in Österreich in den letzten Monaten und Jahren beinahe schon jedem Zweiten angedichtet. Wer sich offen skeptisch gegen die unkontrollierte Zuwanderung aussprach, war ein Nazi. Wer es nicht begrüßte, dass muslimische Mädchen aus religiösen Gründen auf Anordnung des Elternhauses am Schwimmunterricht nicht teilnehmen dürfen, war ein Nazi. Wer sich besorgt über die sich häufenden „Einzelfälle“ auffällig gewordener Zuwanderer aus dem arabischen Raum zeigte, war ein Nazi. Wer offen aussprach, dass er sich  mehr Willen zur Integration, zum Erlernen der deutschen Sprache, zum Kennenlernen der österreichischen Kultur und mehr Respekt österreichischer Grundwerte gegenüber wünscht, war sowieso ein Nazi.

Es ist einerseits verständlich, dass man aus fast panischer Angst vor einer Wiederholung der schrecklichen Ereignisse zu Zeiten Hitlers schon kleinste Ansätze nationalsozialistischen Gedankenguts im Keim erstickt. Andererseits ist diese lähmende Angst ein schlechter Berater für einen sachlichen Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen, die sich durch verordnetes Schweigen und falsche Toleranz nicht lösen lassen.

Integriert kann nur werden, wer integriert werden will

Dass Österreich aus der Vergangenheit gelernt hat, zeigen die vielen Beispiele erfolgreicher Integration nach den Balkankriegen in den 90er Jahren. Österreich bot den damals durch verheerende Kriege zur Flucht gezwungenen Bewohnern der Balkanstaaten nicht nur sicheren Schutz, sondern zeigte sich offen und bereit Integrationswillige in die Mitte der Gesellschaft aufzunehmen. Heute, über zwanzig Jahre später, bestehen noch immer innige Freundschaften zu den damals zur Flucht gezwungenen Menschen. Heute sind sie längst wichtiger Teil unserer Gesellschaft und nur die Erinnerung weist noch darauf hin, dass sie nicht hier geboren wurden. Man hat sich in den 90er Jahren die Schulbank geteilt, im Alltag sprachliche Barrieren gemeinsam und mit viel Geduld und Verständnis von beiden Seiten aus dem Weg geräumt. Später sind aus Schulfreunden Arbeitskollegen geworden. Es war eine Selbstverständlichkeit, gemeinsam gleiche Ziele zu verfolgen und sich zu unterstützen. Es stand allerdings auch nie zur Debatte, dass der männliche Arbeitskollege, der in den 90er Jahren aus seiner Heimat nach Österreich flüchten musste seiner weiblichen Arbeitskollegin nicht die Hand reichen wollte. Es stand nie zur Debatte, dass serbische oder bosnische Mädchen gemeinsam mit allen anderen Schülern am Turn- oder Schwimmunterricht teilnehmen durften. Es stand nicht zur Debatte, dass serbische oder bosnische Mädchen Mobbing ihrer männlichen Landsmänner zu befürchten hatten, wenn sie sich westlich kleideten, was sie ohnehin von Beginn an taten. Es stand nicht zur Debatte, dass Religion über allen Werten einer Gesellschaft steht. Und genau das steht nun zur Debatte.

Eine solch massive gesellschaftliche Diskrepanz lässt sich nicht durch Toleranz und Goodwill lösen. Wenn zwei nicht dasselbe Ziel verfolgen, ändert auch besonderes Bemühen des Einen daran nichts. Doch allein dies offen auszusprechen macht einen in den Augen linker Radikaler zum Nazi. Im Übrigen lehne ich jegliche Form von Radikalismus ab, denn Radikalismus beginnt immer da wo Toleranz endet.

Erst massive Zugewinne jeglicher rechter Parteien in ganz Europa öffnen nun langsam auch dem schläfrigsten Politiker die Augen. Die Abstimmung in den Wahlzellen war in unserer aufgeklärten und toleranten Gesellschaft bisher die einzige Möglichkeit, seine Meinung kund zu tun ohne sofort in die rechte Ecke gedrängt zu werden. Die Ergebnisse sprechen für sich und öffnen nun langsam die Augen.

Linksradikale gegen Rechtsradikale weil die Politik schläft!

Die Aussagen der Wiener Lehrerin Susanne Wiesinger sind ja nicht neu. Bereits im März 2018 gab sie ServusTV ein Interview. Damals war dies noch der einzige Sender, der sich „drüber traute“. Wiesinger, die selbst erste Vertreterin der sozialdemokratischen Lehrergewerkschaft ist, erzählte wie massiv der Druck aus den Reihen ihrer eigenen Partei wäre. Es wäre nicht erlaubt offen über die alltäglichen Probleme in den Klassenzimmern zu sprechen. Doch könne sie nicht länger schweigen, da die Entwicklung derart beängstigend sei, dass sie es als ihre Verpflichtung sieht, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Erst kürzlich wurde in Deutschland noch ein Konzert veranstaltet unter dem Hashtag #wirsindmehr. Ziel war es, den Protesten gegen die deutsche Zuwanderungspolitik entgegenzutreten, nachdem ein Iraker und ein Syrer einen 35-jährigen Deutschen erstochen haben sollen – der Vorwurf lautet auf gemeinschaftlichen Totschlag. Dass Deutschland ein massives Problem mit der Neonazi-Szene hat ist nicht von der Hand zu weisen. Ob man dem durch Auftritte von Bands wie Feine Sahne Fischfilet beikommen wird können, die unter anderem durch Songtexte wie

[…]“Verweis mich aus der Stadt
Ich scheiß drauf was du sagst
Wer kein Rückgrat hat, der wird vereidigt auf den Staat.
Lieber Hartz 4 beziehn, im Bett bis um 4 liegen,
Bier trinken, Weed dealen, Speed ziehn,
Als Geld im Staatdienst verdien“[…]

Quelle: Band: Feine Sahne Fischfilet, Song „Bullen“

glänzen, darf angezweifelt werden. Es trifft nicht ganz mein Verständnis einer funktionierenden Gesellschaft, Gratiskonzerte mit Bands die im Fokus des Verfassungsschutzes stehen zu veranstalten, um für mehr Toleranz Zuwanderern gegenüber zu werben, die durch tödliche Messerattacken auffällig geworden sind. Genau dieses Verhalten beflügelt Europas rechte Parteien und lässt die europäische Bevölkerung daran zweifeln, dass das offizielle Europa zu einer zukunftsorientierten Politik in der Lage ist. Und genau das meint der Soziologe Samuel Schirmbeck vermutlich auch mit seinem Buch „Gefährliche Toleranz – der fatale Umgang der Linken mit dem Islam“.

Ich bin gespannt, inwiefern zukünftig eine offene Diskussion über nicht von der Hand zu weisende Probleme möglich und erlaubt sein wird, ohne hysterisch an den rechten Rand gedrängt zu werden. Und vor allem wann die Politik aufwacht und handelt und zwar im Sinne aller Beteiligten. Denn bei aller Toleranz Religionen gegenüber, sollte man sich die Frage stellen, ob Mädchen und Frauen die aus islamischen Ländern flüchten um sich ein Leben in Unabhängigkeit in Europa aufzubauen es begrüßen, wenn auch in Europa unterdrückende Zeichen ihrer Religion gelebt und toleriert werden.

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